Inclusive vs. extraktive Institutionen

Den Schlüssel zu nachhaltigem wirtschaftlichen Erfolg findet man im Aufbau  […] inklusiver Wirtschaftsinstitutionen, welche die Talente und Ideen der Bürger eines Staates nutzbar machen können, indem sie geeignete Anreize und Gelegenheiten bieten, dazu gesicherte Eigentums- und Vertragsrechte, eine funktionierende Justiz sowie einen freien Wettbewerb, so dass sich die Bevölkerungsmehrheit produktiv am Wirtschaftsleben beteiligen kann.

Inklusive Wirtschaftsinstitutionen sind in der Geschichte jedoch durchweg die Ausnahme und nicht die Regel. Viele heutige und frühere Staaten stützen sich auf von uns als extraktiv bezeichnete Wirtschaftsinstitutionen, die keine sicheren Eigentumsrechte bieten, nicht für Gesetz und Ordnung und die Einhaltung von Verträgen sorgen und Innovationen nicht belohnen. Auf keinen Fall sorgen sie für faire Wettbewerbsbedingungen, sondern sie werden von den Herrschenden gestaltet, die auf Kosten der übrigen Gesellschaft aus den von ihnen geschaffenen Verhältnissen Gewinn ziehen.

aus: Acemoglu, Daron u. Robinson, James A.: Warum Nationen scheitern. Die Ursprünge von Macht, Wohlstand und Armut, Frankfurt am Main 2013, S. 14 – 15

Tempo

  • WOHLSTAND
    Je gesünder die Wirtschaft eines Ortes, desto höher sein Tempo
  • GRAD DER INDUSTRIALISIERUNG
    Je entwickelter ein Land ist, desto weniger freie Zeit blebt pro Tag
  • EINWOHNERZAHL
    Größere Städte haben ein schnelleres Tempo
  • KLIMA
    Heißere Orte haben ein langsameres Tempo
  • KULTUR
    In individualistischen Kulturen bewegt man sich schneller als in vom Kollektivismus geprägten
  • DAS INDIVIDUELLE

nach: Levine, Robert: Eine Landkarte der Zeit. Wie Kulturen mit Zeit umgehen, 15. Aufl., München 2009, S. 37-55.

Möglichkeiten und Endlichkeit

Sokrates: Wie ist es also mit der Liebe? Wollen wir also sagen, dass sie zu den widerspruchsvollen Dingen oder zu den anderen gehört?
Phaidros: Doch zu den widerspruchsvollen …

(Platon: Phaidros)

Was wir uns am sehnlichsten wünschen, kann uns am tiefsten verletzen. Unser abgegrenztes Ego muss sich in der Liebe öffnen und verletzbar machen. Gerade sensible und einfühlsame Menschen fürchten sich daher vor der Liebe am stärksten ob der Schmerzen beim Scheitern. Daneben besteht ein weiterer Grund für die Bindungsangst im höheren Alter im „Verrechnen“ der Liebesversuche früherer Jahre.

Manchen Menschen fällt es schwer, sich im Meer der Möglichkeiten unserer Zeit festzulegen, denn dies heißt, die Endlichkeit meiner Möglichkeiten und letztlich meiner selbst anzuerkennen – und je größer die Auswahlmöglichkeiten, desto höher sind die Opportunitätskosten. Viele vermeintliche Möglichkeiten sind jedoch nur egozentrische Illusion, weil wir an der Phantasie eines unendlichen Lebens festhalten oder unsere eigenen Eigenschaften schönreden.

 Lit.: Wolfgang Paetzold: Teflonherz und Liebesgier. Beziehungen in Zeiten der Ichsucht, München 2012, S. 18-23.
„Sich einlassen hat die Konnotation von Endlichkeit, und viele Menschen können sich nicht in einer dauerhaften Beziehung einrichten, weil dies bedeuten würde: „Das ist es“, keine Möglichkeiten mehr, keine gloreichen Träume ständigen Aufstiegs mehr.“
Lit.: Irvin D. Yalom: Existentielle Psychotherapie. Köln 2000, S. 206